Wie ist der Film gemacht?
Mit Schere ✂️ und Papier 📃
Aus seinen Nachforschungen über seine Familie entwickelte der Autor und Regisseur Antoine Lanciaux die Geschichte von Lucie. An dem Film Die Schatzsuche im Blaumeisental haben viele Künstler*innen mitgearbeitet:
- Pierre-Luc Granjon half als Animator und Autor,
- Sophie Roze gestaltete die Bilder,
- und Samuel Ribeyron war für das Aussehen der Figuren und Hintergründe verantwortlich.
Der Film wurde mit einer besonderen Technik gemacht, die man Papierausschnitts-Technik oder auch Scherenschnitt nennt. Figuren, Pflanzen, Häuser und Gegenstände wurden aus Papier, Karton und Stoff ausgeschnitten. Die Ausschnitte wurden auf Glasscheiben auf unterschiedlichen Ebenen gelegt: vorne die Figuren, dahinter die Landschaft — Schicht für Schicht.
Dann wurden die Figuren ganz vorsichtig Stück für Stück bewegt und immer wieder von der gleichen Stelle aus fotografiert. Wenn man alle Bilder schnell hintereinander anschaut, sieht es so aus, als würden sich die Figuren wirklich bewegen. Das nennt man Animation. Es ist eine sehr aufwendige Technik, die viel Geduld erfordert. Sie ermöglicht es den Künstler*innen aber, ganz besondere Bilder zu erschaffen.
In diesem Video kannst du dir anschauen, wie der Regisseur Antoine Lanciaux und sein Team Lucie und die anderen Figuren mit der Scherenschnitt-Technik zum Leben erweckt haben.
Ein Making-of-Video zu Die Schatzsuche im Blaumeisental. Gezeigt werden die Teile des Scherenschnitts und der Animation.
Hinter den Kulissen von Die Schatzsuche im Blaumeisental (Auschnitte)
Aufgabe 1
Die Figuren und Hintergründe des Films wurden aus Papier ausgeschnitten und in Schichten aufeinandergelegt. So entsteht eine besondere Tiefenwirkung. Es sieht aus, als könntest du in das Bild hineinschauen. In einem Bild kann man erkennen, was vorne, in der Mitte und hinten ist. Diese Bereiche haben besondere Namen:
- Alles, was vorne ist und dir am nächsten erscheint, heißt Vordergrund.
- Alles, was weiter weg in der Mitte ist, heißt Mittelgrund.
- Alles, was ganz hinten und am weitesten weg ist, heißt Hintergrund.
So kannst du dir Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund eines Bildes vorstellen.
- Schau dir das Bild aus dem Film genau an. Klebe die Sticker für Vordergrund (V), Mittelgrund (M) und Hintergrund (H) an die passenden Stellen im Filmbild. Es gibt nicht nur eine richtige Lösung. Wichtig ist, dass du die verschiedenen Bereiche im Bild erkennst und markierst. Diese Bereiche nennt man Bildebenen. Alles, was auf einer Bildebene liegt, befindet sich ungefähr gleich weit vorne oder gleich weit hinten im Bild.
Bei dieser Arbeitsfläche können die Sticker für Vordergrund (V), Mittelgrund (M) und Hintergrund (H) auf das Filmbild gelegt werden, um die entsprechenden Bildebenen zu markieren.
- Beschreibe, was du auf den drei Bildebenen siehst.
| Im Vordergrund sehe ich ... |
| Im Mittelgrund sehe ich ... |
| Im Hintergrund sehe ich ... |
Aufgabe 2
- Jetzt bist du an der Reihe und kannst ein eigenes Bild gestalten. Platziere die beiden Blaumeisen so, dass
- • sie sich direkt vor dir im Vordergrund befinden,
- • sie ungefähr auf Höhe der Mühle fliegen (Mittelgrund)
- • sie ganz weit hinten, noch hinter dem Wald sind (Hintergrund).
- Und natürlich kannst du die Blaumeisen auch Kunststücke machen lassen. Versuche einmal, sie auf dem Kopf fliegen zu lassen, oder Fügel an Flügel und was dir sonst noch so einfällt. Tipp
- Ist dir aufgefallen, dass die beiden Blaumeisen im Film immer zusammen unterwegs sind? Hier kannst du sie einmal getrennt durch die Landschaft fliegen lassen.
Diese Arbeitsfläche dient zum Gestalten von Bildern mit den Blaumeisen vor einem Bild aus dem Film. Die Blaumeisen können durch Größenänderung in verschiedenen Ebenen platziert werden. Darüber hinaus kann ein rein spielerischer Umgang mit den Figuren erfolgen.
Aufgabe 3
- Scherenschnitt-Animation ist eine sehr alte und aufwendige Technik, die viel Geduld erfordert und es den Künstler*innen ermöglicht, ganz besondere Bilder zu erschaffen. Im Gegensatz zu Filmen mit echten Schauspieler*innen spielt aber der Zufall eine geringere Rolle. Bei einem Film mit echten Schauspieler*innen passiert häufig etwas Ungeplantes, das für gut befunden wird und dann im fertigen Film landet. Das gibt es im Animationsfilm eher selten. Die Filmemacher*innen und Zeichner*innen können ganz schwierige Einstellungen planen und möglich machen, wenn sie diese nur zeichnen und legen können.
- In der Bildergalerie haben wir einige besonders spannende Perspektiven zusammengestellt. Welche gefallen dir am besten? Tippe sie an und versuche sie zu beschreiben. Du kannst auch Emojis verwenden, um zu zeigen, wie sie auf dich wirken.
Diese Arbeitsfläche dient der Aufnahme von Filmbildern aus der Bildergalerie, die in Notizfeldern hinsichtlich der Perspektive beschrieben werden können. Ein Emoji-Galerie bietet die Möglichkeit, Emojis als Ausdruck der eigenen Gefühle zu den Filmbildern hinzuzufügen.
Aufgabe 4
- Jetzt hast du dich ganz schön viel mit Geschichten, Bildebenen und Schichten beschäftigt. Kannst du dir vorstellen, was Familiengeschichte mit Ausgrabungen, Archäologie und Scherenschnitt-Animation zu tun hat? Tippe die zutreffenden Aussagen an.
- Kannst du dir vorstellen, warum der Regisseur und sein Team die Geschichte von Lucie als Scherenschnitt-Animation umgesetzt haben? Diskutiere deine Ideen mit deiner Klasse.
