Weniger Ungleichheiten

Aufgabe 4

Lies dir den Infotext zur Vorstellung von Ziel 10: Weniger Ungleichheiten im Infokasten durch.

Ziel 10: Weniger Ungleichheit

Worum geht es im Ziel 10: Weniger Ungleichheit?

Es soll allen gleich gut gehen. Einigen Menschen und Ländern geht es sehr gut. Anderen Menschen und Ländern geht es schlecht. Das soll sich ändern. Es soll allen gleich gut gehen. Kein Mensch soll schlechter leben als andere Menschen. Kein Land soll schlechter sein als andere Länder.

Aktuelle Lage

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, was heißt, dass wir alle die gleichen Rechte haben und die gleichen Chancen haben sollten, etwa beim Zugang zu Bildung und zur Gesundheitsversorgung sowie sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe.

Vielen Menschen bleibt dies jedoch verwehrt, wie z. B. die prekäre Lage vieler Millionen migrantisierter Personen weltweit zeigt. Migration kann als Ausdruck globaler Ungleichheit verstanden werden. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist nach der Covid-19 Pandemie, in Zeiten von Klimakrise, Hungersnöten und fortlaufender Kriege im Sudan, im Kongo, in der Ukraine und der SWANA Region extrem. 637 Millionen Menschen hungern weltweit, während die reichsten 1,5 Prozent der Menschen 47,5 Prozent des gesamten weltweiten Vermögens besitzen. In den USA hat die aktuelle Regierung unter Donald Trump die amerikanische Entwicklungsbehörde USAID abgeschafft.

Strukturelle Diskriminierung aufgrund von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Herkunft oder sozialem und wirtschaftlichem Status verstärkt Ungleichheit. Queere und trans* Menschen etwa erleben gesetzliche Ungleichheit, Diskriminierung und Gewalt nicht nur in den Staaten, in denen Homosexualität und trans* Geschlechtlichkeit unter Strafe stehen. 281 Morde an trans* Personen wurden weltweit im Jahr 2025 registriert, davon waren trans* Frauen mit 90 % und BIPoC trans* Personen mit 88 % besonders betroffen.

Deutschland

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Gleichzeitig geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander und die Preise für Mieten und Lebenshaltung steigen rasant. Die reichsten zehn Prozent besitzen nach konservativen Schätzungen rund 60 Prozent des Gesamtvermögens. Fast 13 Prozent der Miethaushalte in deutschen Großstädten haben nach Abzug der Miete weniger als das Existenzminimum zur Verfügung.

Die Migrations- und Asylpolitik wird immer weiter verschärft: Abschiebungen werden auch in unsichere Länder wie das Taliban geführte Afghanistan durchgeführt, Familiennachzug und die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft wurden erschwert, Asylverfahren sollen verkürzt und mit weniger Rechtsschutz an den Außengrenzen geprüft werden.

Hass, Hetze und Gewalt gegen benachteiligte Bevölkerungsgruppen, darunter queere, muslimische, Schwarze, jüdische Menschen und Organisationen, nehmen stark zu, während demokratiefördernde Bildung und Strukturen vielerorts abgebaut werden. Laut Nationalem Diskriminierungs- und Rassismusmonitor teilen 36 % der befragten Durschnitssbevölkerung die rassistische Auffassung, dass es unterschiedliche „Rassen“ gäbe, und 66%, dass bestimmte Kulturen „fortschrittlicher und besser" seien als andere. Solche diskriminierenden Einstellungen führen auch zu tagtäglicher Benachteiligung und Gewalt. Schwarze Menschen werden etwa auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt benachteiligt, häufiger von der Polizei kontrolliert und in der Öffentlichkeit rassistisch beleidigt. Rechtsextreme begingen 2025 mehr als 42.000 Straftaten; das ist mehr als in den meisten westeuropäischen Ländern.

Unterziele:

  • Reduzierung von Einkommensungleichheiten
  • Förderung allgemeiner sozialer, wirtschaftlicher und politischer Integration
  • Gleiche Chancen sicherstellen und Diskriminierung beenden
  • Einführung von fiskal- und sozialpolitischen Maßnahmen zur Förderung von Gleichberechtigung
  • Verantwortungsbewusste und gut gesteuerte Migrationspolitik

Aufgabe 5

Schau dir nun folgende Filmszene an, in der Karla und ihre Mutter sich über die Umgebung der neuen Schule von Karla austauschen.

Karla und ihre Mutter sprechen am Küchentresen über Karlas neue Oberschule und die umliegenden Viertel, in denen es auch Drogen-Hotspots gibt. Sie bereiten ein Essen vor. Die Mutter gibt Karla Hinweise, wie sie sich in der neuen Gegend verhalten soll. Der Vater ist kurz zu sehen, beteiligt sich aber nicht am Gespräch.

TC: 01:02:52 – 01:04:08

  1. Wie wird in dieser Filmszene gezeigt, dass Ziel 10 noch nicht erreicht wurde?
  2. Was bedeutet dies für (junge) trans*Frauen wie Karla?

Filmzitate und UN-Nachhaltigkeitsziele

Aufgabe 6a

Folgende Zitate sind dem Film entnommen. Ordne sie Personen aus dem Film zu, die sie deiner Meinung nach gesagt haben. Mit Auswerten kannst du deine Zuordnung überprüfen.

Mutter

Karla

Valentina

Oliver

Schulberaterin

Zitate:
„Weißt du, ich rate dir, wenn dich jemand irgendwann mal fragt, ob du eine richtige Frau bist oder nicht, hör‘ gar nicht erst hin. Denn so etwas wie eine richtige Frau gibt es nicht, auch keinen richtigen Mann. (...) Es ist nicht deine Aufgabe, die Leute aufzuklären, sonst enden wir alle als Erzieherinnen.“
„Diskriminierung ist in Mexiko verboten, also kann dir niemand verbieten, an einer Lerngruppe teilzunehmen, weil du eine Trans*person bist. Man kann dich auch nicht von der Schule ausschließen oder dich daran hindern, die Mädchentoilette zu benutzen …“
„Mein Gott, Karla. Wir Frauen haben keine perfekten Gesichter. (...) Ihr müsst von dem Bild wegkommen, wie eine Frau oder ein Mann zu sein hat. Es gibt verschiedene Typen und Körper. Deshalb müssen wir die Perspektive darauf verändern.“
„Ich hoffe, dass du mit 30 noch lebst und dass du noch Trinkwasser hast. Ein Riesenproblem, wahrscheinlich sind wir alle schon verdurstet, wenn der Film rauskommt.(...) Wir zerstören die Welt (...) Die globale Erwärmung macht uns kaputt.“
„Wusstest du, dass unser Lehrer in der vierten Klasse gesagt hat, Männer sollen so sitzen und Frauen so? (...) Er sagte, es sähe nicht gut aus, wenn Männer wie Frauen sitzen und umgekehrt.“
„Es ist wichtig, dass du vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Trans*Personen aufbaust oder du einen Freundeskreis hast, oder jemanden zum Reden. (...) Aber das Trans*thema oder die nicht-normative Geschlechtsidentität wirkt wie ein Filter. Er filtert unangenehme Menschen aus und lässt sie außen vor. Es ist besser, von solchen Menschen nicht einbezogen zu werden. Und diejenigen, die bleiben oder neu hinzukommen, sie sind sehr wertvolle Menschen. Ihre Köpfe sind frei von Spinnweben.“

Aufgabe 6b

Informiere dich über die Ziele und Unterziele der UN-Nachhaltigkeitsziele 5, 6, 10 und 13.

Ziel 5: Geschlechtergleichheit

  • Diskriminierung aufgrund des Geschlechts beenden.
  • Gewalt gegen Frauen und Mädchen verhindern.
  • Gleichberechtigte Teilhabe in Schule, Beruf und Gesellschaft ermöglichen.
  • Gleiche Chancen und gleiche Rechte für alle Geschlechter fördern.
  • Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Teilhabe für alle gewährleisten.

https://17ziele.de/ziele/5.html

Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

  • Universaler Zugang zu Wasser: Ziel ist der Zugang zu sicherem und erschwinglichem Trinkwasser für alle.
  • Effizienter Umgang mit Wasserressourcen: Das Ziel fördert die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen und den Schutz von Ökosystemen.

https://17ziele.de/ziele/6.html

Ziel 10: Weniger Ungleichheiten

  • Diskriminierung und Ausgrenzung bekämpfen.
  • Chancengleichheit für alle Menschen fördern.
  • Soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe ermöglichen.
  • Niemanden aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Alter, Religion oder geschlechtlicher Identität benachteiligen.
  • Vielfalt anerkennen und wertschätzen.
  • Inklusive Gesellschaften schaffen, in denen alle dazugehören.
  • Gesetze und Maßnahmen gegen Benachteiligung und Diskriminierung stärken.
  • Menschen in benachteiligten Lebenslagen unterstützen und ihre Rechte schützen.

https://17ziele.de/ziele/10.html

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

  • Anpassung an den Klimawandel: Den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzen, globale Treibhausgas-Neutralität zur Jahrhundertmitte erreichen.
  • Reduzierung der Emissionen: Eine umfassende Reduzierung der Treibhausgasemissionen, um die Erderwärmung zu begrenzen.

https://17ziele.de/ziele/13.html

Welche Aspekte der UN-Nachhaltigkeitsziele bzw. deren Unterziele werden in den jeweiligen Gesprächsszenen thematisiert? Tippe zutreffende Ziele an und färbe sie ein. Wähle ein Zitat aus und kommentiere es in dem Textfeld.

Zitat 1

„Weißt du, ich rate dir, wenn dich jemand irgendwann mal fragt, ob du eine richtige Frau bist oder nicht, hör‘ gar nicht erst hin. Denn so etwas wie eine richtige Frau gibt es nicht, auch keinen richtigen Mann. (...) Es ist nicht deine Aufgabe, die Leute aufzuklären, sonst enden wir alle als Erzieherinnen.“

Zitat 2

„Diskriminierung ist in Mexiko verboten, also kann dir niemand verbieten, an einer Lerngruppe teilzunehmen, weil du eine Trans*person bist. Man kann dich auch nicht von der Schule ausschließen oder dich daran hindern, die Mädchentoilette zu benutzen …“

Zitat 3

„Mein Gott, Karla. Wir Frauen haben keine perfekten Gesichter. (...) Ihr müsst von dem Bild wegkommen, wie eine Frau oder ein Mann zu sein hat. Es gibt verschiedene Typen und Körper. Deshalb müssen wir die Perspektive darauf verändern.“

Zitat 4

„Ich hoffe, dass du mit 30 noch lebst und dass du noch Trinkwasser hast. Ein Riesenproblem, wahrscheinlich sind wir alle schon verdurstet, wenn der Film rauskommt.(...) Wir zerstören die Welt (...) Die globale Erwärmung macht uns kaputt.“

Zitat 5

„Wusstest du, dass unser Lehrer in der vierten Klasse gesagt hat, Männer sollen so sitzen und Frauen so? (...) Er sagte, es sähe nicht gut aus, wenn Männer wie Frauen sitzen und umgekehrt.“

Zitat 6

„Es ist wichtig, dass du vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Trans*Personen aufbaust oder du einen Freundeskreis hast, oder jemanden zum Reden. (...) Aber das Trans*thema oder die nicht-normative Geschlechtsidentität wirkt wie ein Filter. Er filtert unangenehme Menschen aus und lässt sie außen vor. Es ist besser, von solchen Menschen nicht einbezogen zu werden. Und diejenigen, die bleiben oder neu hinzukommen, sie sind sehr wertvolle Menschen. Ihre Köpfe sind frei von Spinnweben.“

Aufgabe 7a

Die Welt mit Karlas Augen

Schau dir folgende Filmszene aus NIÑXS an.

Tante Poppinski sitzt mit Karla auf deren Bett und lackiert Karlas Fingernägel. Sie sprechen über ihre Ängste als Trans*frauen und darüber, was Karla sich vom Publikum des Films wünscht. Karla trägt ein Prinzessinnendiadem.

TC: 00:43:26 – 00:44:26

Stell dir vor, du siehst für einen Moment die Welt mit Karlas Augen. Schreibe nach dieser Szene einen kurzen Tagebucheintrag (5–8 Sätze), so als wärst du Karla. Überlege dabei zum Beispiel: Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Welche Gefühle hast du? Wie hast du den Besuch von Tante Poppinski erlebt? Was wünschst du dir gerade besonders?

Karlas Tagebuch

Heute hatte ich überraschenderweise Besuch von Tante Poppinski …

Aufgabe 7b

Warum denkst Du, ist es Karla wichtig, dass der Film NIÑXS kein tragischer Film ist und dass die Zuschauer*innen auch lachen können?